21. März 2013

Nicht jeder Hund hat jeden Artgenossen lieb und will immer nur spielen. Dabei ist Aggression ein hochemotionales Thema für das andere Ende der Leine. Was Hundebesitzern den kalten Angstschweiß ausbrechen lässt, ist meist bei näherer Betrachtung Kommunikation unter Hunden. Aber was ist ok und wo muss mensch sich einmischen und wenn ja, dann wie?

Aggressives Verhalten des Hundes setzt viele Besitzer massiv unter Stress, eine gut geführte Raufergruppe bietet einen geschützen Ort, sich zunächst außerhalb des echten Lebens mit dem Thema auseinanderzusetzen und mehr Sicherheit zu erlangen. Dabei dürfen die Hunde aus ihrem eigenen Verhalten lernen. In der Gruppe wird beobachtet, analysiert, diskutiert und auch viel mit den Hunden gekuschelt. Eine freundliche Atmosphäre unter den Hundehaltern ist die Basis unserer gemeinsamen Arbeit. Aggressives Verhalten der Hunde wird hier zunächst als normales Verhaltensrepertoire akzeptiert und nicht in jedem Fall unterbunden, solange beide Kontrahenten daran beteiligt sein wollten und neue Lernerfahrungen möglich sind. Das bedeutet nun nicht, dass hier alle hemmungslos übereinander herfallen, im Gegenteil. Hunde lernen in der Auseinandersetzung mit den Konkurrenten, denn streiten ist selbst für den “Gewinner” anstrengend. So entwickeln sie bei längerem Zusammensein Strategien, Konflikte ohne unnötige Prügelei zu klären oder wenn schon, dann fairer zu kämpfen und den Kampf zu beenden. Und dabei darf auch geknurrt und gemackert werden. Und selbst wenn sich mal zwei Streithähne in der Wolle haben, lernen die zweibeinigen Teilnehmer ihre Hunde wohlwollend durch den Konflikt zu begleiten, dabei auch anzufassen und gegebenenfalls ruhig aus der Situation zu nehmen. Und damit wir Menschen die Nerven behalten und überlegt handeln können, tragen alle Hunde Maulkörbe. Eingegriffen wird z.B., wenn Dritte einen Konflikt zwischen zweien anheizen wollen, ein angegriffener Hund gar nicht streiten wollte oder die Hunde selber keinen Ausweg finden. Neulinge werden behutsam in die Gruppe integriert.

Das zweite Trainingsfeld ist die Begegnung mit anderen Hunden draußen im echten Leben. Im Gegensatz zum geschützten Raum der Gruppe kann man hier deutlich weniger aggressives Verhalten dulden. Tückischerweise haben pöbelnde Hunde schon die Lernerfahrung gemacht, dass der Gegner abzieht, wenn man nur garstig genug darauf beharrt. Das Vorbeiführen an einem anderen Hund lässt sich nämlich im Alltag genau deswegen schwer üben, weil einem die “Übungsobjekte” aus dem Weg gehen oder zu schnell weiterlaufen, um das Trainingsziel des Menschen zu erreichen. Der Hund hat zum Leidwesen des Halters aber seine Strategie “Vertreiben des Gegners” umsetzen können. Um das im Einzeltraining eingeübte Verhalten alltagsnah abgesichert und unter abgesprochenen Bedingungen üben zu können, biete ich die Gruppe auch als Übungsgruppe zum Thema Hundebegegnungen.

Das wird geübt:

  • Übungen auf dem Trainingsgelände
  • Freilauf auf dem Trainingsgelände mit Erklärung des Verhaltens
  • ruhiges Vorbeiführen an entgegenkommenden Hunden an der Leine
  • Entspannung im Angesicht des “Gegners”
  • eine kurze Unterhaltung mit einem anderen Hundebesitzer, während die Hunde im Sitz warten
  • gemeinsames entspanntes Spazierengehen
  • das Vorstellen von anderen Hunden unter abgesicherten Bedingungen
  • Abrufen im Freilauf bei “Hund in Sicht”
  • gegenseitige Besuche im eigenen Haus
  • gemeinsames Analysieren von Filmen aus der Gruppe

Die Gruppe beruht auf Konzepten der “Fight-Club”-Veranstaltungen von dogument.

Eine Teilnahme an dieser Gruppe setzt einen gewissen Ausbildungsstand und das Tragen eines Maulkorbs voraus. Eine Teilnahme ohne voriges Training in Einzelstunden oder Kursen ist nicht möglich. Allerdings nutze ich die Gruppe gerne zu Beginn eines Trainings, um das Verhalten eines neuen Hund-Mensch-Teams besser einschätzen zu können.

In der Regel am 1. und 3. Sonntag im Monat von 10-13 Uhr, im Winter von 11-13 Uhr.

Kosten: 25,00 Euro bei 3 Stunden Dauer, 20,00 Euro bei 2 Stunden Dauer (Preise inkl. MwSt.)

Termine 2017 (durchgestrichene Daten in Klammern fallen aus):
17.9.17, (1.10.17), 15.10.17, 5.11.17, 19.11.17, 3.12.17, 17.12.17, (7.1.18), 21.1.18

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