Verhaltensprobleme

Der Hund

Betrachtet man gängige Verhaltensprobleme mal aus der Sicht des Hundes, ist es für ihn oder sie völlig normal, sich so einen Erfolg oder eine Erleichterung zu verschaffen: Durch an der Leine ziehen kommt Bulli vorwärts, Menschen quieken so lustig, wenn Flummi sie anspringt, Beachtung ist garantiert, für Miley ist die ganze Welt eine einzige Non-Stop-Party, schlafen kann hund übermorgen noch. Der Postbote geht wieder, wenn Bello ihn warnend ankläfft, mit stundenlangem Geheul ruft Paula ihr Herrchen zurück, mit drohendem Knurren hält Rocky andere Rüden von Frauchen fern und findet es prima der Stärkere zu sein. Rosa macht an der Leine ein Riesentheather, damit ihr bloß kein anderer Hund zu nahe kommt. Louis nutzt seine Zähne, damit niemand an seinen Sessel geht, und Caesar hält seit Jahren seine Wohnung frei von jeglichem Besuch. Hunter gerät beim Fahrräderjagen in die schönsten Rauschzustände, für Waldi ist jedes Gehölz über Stunden unwiderstehlich, vor Dyson ist kein Mülleimer sicher und Gigolo lässt für andere Hunde Frauchen samt Leckerli einfach stehen. Der arme Bunny entfernt sich schnellstmöglich bei jedem lauten Geräusch, denn er weiß nicht, dass kopfloses Flüchten viel gefährlicher ist.

Der Mensch

Und wir Zweibeiner? Da haben wir uns mit den allerbesten Leckerchen und Absichten um einen hundeschulmäßigen Gehorsam unseres Hausgenossen bemüht und wenn’s darauf ankommt, stellt das Tier die Ohren glatt auf Durchzug. Unterschiedliche Gefühlsregungen je nach Charaktertyp und Situation sind da nur allzu menschlich. Denn ein Verhalten, das dem Hund Erfolgserlebnisse verschafft, kann uns ein echtes Problem bereiten.

Die Beziehung

Hunde sind Hunde und setzen andere Prioritäten als wir. Den wichtigsten Faktor, um ihren Vierbeiner dennoch zu beeinflussen, haben Sie stets dabei: ihre Beziehung und die Kommunikation mit dem Tier, denn Hunde brauchen eine wohlwollende und klare Führung. Ich begleite Sie und ihren felligen Hausgenossen Schritt für Schritt in und durch die sonst schwierigen Situationen. Sie werden lernen ihrem Hund im passenden Moment freundliche Angebote zu machen und situativ auch mal klare Grenzen zu setzen, je nachdem was ihr Hund an Unterstützung von ihnen braucht, um angemessen durch unsere Menschenwelt zu kommen. Es sind eher die unsicheren Hunde, die ihrem Menschen, z.B. in der Begegnung mit anderen Hunden, Probleme bereiten: Braucht manch ein kleiner Hasenfuß einen souveränen Menschen an seiner Seite, der locker vorangeht und sich schützend vor ihn stellt, muss man einem anderen die Verantwortung für bestimmte Beziehungsaufgaben, wie Schützen und Sichern der Gruppe oder des Reviers abnehmen.